Title: Ubuntu Evaluation Report
So, nun ist ja doch schon einige Zeit vergangen seit dem nur noch Ubuntu auf dem Notebook läuft. Zeit für ein kleines Resümee:
- Installation: ISO ziehen, brennen, installieren, fertig.
- Hardware: Die properitären nVidia Treiber müssen separat nachinstalliert werden. Den Firewire Port kann ich aufgrund fehlender Hardware nicht testen, er steht aber zur Verfügung. Der Winbond CIR wird von LIRC noch nicht unterstützt, zumindest nicht mit Intrepid Ibex "out of the Box". Kensington Lock kann ich auch nicht ausprobieren. Macht aber alles nichts, denn diese Hardware habe ich noch nie gebraucht. Ansonsten funktioniert wirklich alles: DVD Brenner, interner Kartenleser, interne Webcam, Sondertasten (müssen teilweise noch mit sinnvollen Funktionen belegt werden). LAN, WLAN und USB sowieso. Achso, HDMI muss ich noch ausprobieren!
- Software: Für jede Standardaufgabe eines Heimcomputers steht ein Programm zur Verfügung. So wird der Anwender nicht mit einer Unmenge von Windowmanagern, Malprogrammen oder irgendwelchem anderen Schnickschnack erschlagen. Das ist Teil der Ubuntu Philosophie. Sehr angenehm!
- Internetzugang: Stand via WLAN nach Eingabe des Router-Passwortes sofort zur Verfügung. Jetzt steht allerspätestens 15 Sekunden nach dem Anmeldebildschirm die Verbndung. Kein Vergleich zu Vista und diesem komischen Acer eNet Tool. Als Browser steht Firefox zur Verfügung.
- Mail: Evolution ist das Standard Mailprogramm. Ganz schick aber unter Vista benutzten wir Thunderbird und wollten ja auch unbedingt an die Mails ran. Nachinstallieren von Thunderbird ist kein Problem, hinterher nochmal das deutsche Sprachpaket, fertig. Nach einigem rumgesuche, auf der noch vorhandenen NTFS Partition, die Thunderbird Mailboxen bzw. Profile gefunden, rüberkopiert, einige Windows Pfade entfernt bzw. durch Linux Pfade ersetzt, Thunderbird gestartet, alles so wie vorher. Die bereits von Frank umgesetzte Idee mit dem IMAP Server finde ich richtig gut! Werde ich bei Gelegenheit wohl auch umsetzen.
- H.264, AAC, MP3 & Co.: aus Patentrechtlichen Gründen werden die Codecs nicht mit Ubuntu ausgeliefert und deswegen müssen einige Pakete nachinstalliert werden. Ffmpeg musste neu kompiliert werden. Beides Pipifax. Das zur Videokonvertierung nachinstallierte Avidemux hat in der "Intrepid Ibex" Version 2.4.3 einen Bug beim Muxen von .mp4 Dateien. Bis zum Release von "Jaunty Jackalope" benutze ich ffmpeg von der Kommandozeile, funktioniert nämlich auch prima!
- iPod: Dank Apple harkt die Unterstützung noch etwas. Allerdings funktioniert Gtkpod schon ganz ordentlich. Momentan vermisse ich lediglich die Thumbnails für die Videos, glaube ich.
- Powermanagement: Unerwartet sehr gut! Bei der Datenrettung mit Knoppix hatte ich noch so meine Bedenken, aber Knoppix ist wohl doch eher ein Rettungs-Linux als ein Schnupper-Linux, dafür ist die Live-CD von Ubuntu besser geeignet. Die Akkulaufzeiten sind nicht kürzer als unter Windows Vista, eher im Gegenteil. Wenn Vista nach dem Einloggen noch munter einige Minuten auf der Platte rumschnoddert ist bei Linux schon lange schluss. Vista belegt nach dem Einloggen ca. 350 MB Swap, bei Linux sind es 16 MB.
- Akzeptanz: Die Chefin(tm) ziert sich noch etwas und benutzt das Notebook zögerlich. Zu oft ist ein Knopf nicht da, wo er bei Windows ist. Da hilft nur Geduld und Konsequenz. "Nein, Windows gibt es nicht mehr!", "Das ist kaputt, das kannste nicht fixen!", "Aber du wolltes sogar ein Macbook haben!" Heute hat ein Kollege sie gefragt, ob ich nicht wüsste, dass man auch zwei Betriebsysteme auf einen Rechner installieren könne. Schönen Gruss an dieser Stelle, du Schlauberger! Ich mach das nicht nur zum Spass, sondern ich will auch die Seuche ausrotten. Ich möchte eben nicht in ein paar Monaten wieder ein sich selbst aktualisierendes und hinterher nicht mehr funktionierendes Etwas auf einen Teil der Platte rumliegen haben.
Fazit: Die Entwicklung von Redhat 6.1, das letzte Linux was ich längere Zeit intensiv genutzt habe, zu Ubuntu 8.10 ist unvorstellbar! Die Ubuntu Community ist phänomenal! Brauchte ich wirklich mal Hilfe, habe ich immer was gefunden. Für ambitionierte Heimcomputeranwender und Hobbyadministratoren ist Ubuntu uneingeschränkt zu empfehlen. Windowsanwender, die alles exakt so haben möchten wie in der Firma, benötigen ein wenig Hilfe von einer der beiden vorher genannten Personen.
Momentan befindet sich Ubuntu auf den nicht mehr benötigten Vista Recovery Partitionen. Am 23. April erscheint die Final von "Jaunty Jackalope" damit schliesse ich auch die Evaluationsphase ab und installiere nochmal komplett neu. Dann verschwinden auch die NTFS Partitionen und die Linux Partitionen können in vernünftigen Grössen angelegt werden.
Hab ich was vergessen?
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LutzKrone - 2009-04-08 19:42 GMT in
LutzLogbuch
Comments:
FrankHartmann - 2009-04-12 16:01 GMT:
Jau! Ubuntu ist etwas Gnome lastig, aus KDE Sicht brauchst Du Amarok(Iphone!), kphotoalbum, akregator und k3b.
Sonstige Goodies: etckeeper, miro, supertuxkart
Ausserdem brauchst Du backuppc, das hier automatisch Backups des Iphones, des Laptops und des Videorekorders macht.
Nichts hilft Chefin mehr als die letzten 7 Revisionen ihres gerade versehentlich gelöschten Textes.
LutzKrone - 2009-04-15 18:34 GMT:
Vielen Dank für die Tips! Schau ich mir alles mal an. Besonders der Iphone Support von Amarok ist äußerst interessant. Nach einem Backup Tool hätte ich früher oder später sicherlich auch nochmal gefragt
FrankHartmann - 2009-04-17 07:19 GMT:
Ich habe das Musikhoeren auf dem Ding inzwischen aufgegen, da ich die Kopfhoerer nicht mehr finde und normale 3,5mm Stecker nicht passen.
Musst Du fuer gtkpod folgendes tun:
BlogPostFrankHartmann200902112126 oder klappt das inzwischen ohne Iphone-Hacks?