Title: 12.10.2008 07:20/16:20MESZ, 89min, 46.94m (15.54m avg.), 7C, Hemmoor

plot

Sonntagnachmittagstauchen finde ich eine angenehme Geschichte. Ich hole Joscha um halb zwei ab und wir sind mit Klaus in Hemmoor verabredet, um zu dritt ins Wasser zu huepfen (Derk, alter Knicker ;-)).

Am See angekommen, bietet sich ein ruhiges Bild am E1. Wir treffen den einen oder anderen Bekannte und bauen den Kram zusammen. Ich hatte vor dem Tauchgang zu Hause vergeblich versucht, das Einlassventil des Trockis zu zerlegen, da ich die letzten Tauchgaenge einen klitschnassen Bauch hatte und ausserdem das Einlassventil zunehmend hakte. Da ich nicht vorhatte, das Ventil zu zerstoeren, habe ich mich erstmal auf eine Prise Silikonoel beschraenkt. (Meine Werkzeugbox ist in Kalifornien...) Weiterhin habe ich die Ursache fuer die nasse linke Schulter gefunden, indem ich den Anzug ans Fenster gehalten und von der Innenseite ein kleines Loch ein paar fingerbreit von der Halsmanschette entfernt gefunden habe. An den Schultern scheuert der Harness den Anzug langsam breitflaechig durch. Das ist nicht gut.

Wir haben EAN50 in der Stage und planen die bewaehrte E1-links-rum-Nummer. Dort wurden wir noch nie enttaeuscht.

Das Abtauchen wird kurz verzoegert, weil Joschas rechter Pfosten Blasen wirft. Ich versuche unter Wasser mittels Handzeichen Joscha

  1. klar zu machen, dass der rechte Pfosten blubbert und
  2. vorzuschlagen, auf den Backupautomaten zu wechseln, den Primaerregler zu entlueften und mich am Gewinde der ersten Stufe ein wenig drehen/wackeln zu lassen, in der Hoffnung, das der O-Ring nur etwas unguenstig liegt.
Beides misslingt mir, da meine Handzeichen unklar, verwirrend und viel zu schnell sind. Nach einer Weile beschliessen wir, kurz aufzutauchen, da wir ohnehin nur 4m tief sind. An der Oberflaeche bekommen wir das Blubbern nicht komplett in den Griff, beschliessen aber, den Tauchgang fortzusetzen, da wir ohnehin mehr als Genug Luft/Dekogas dabei haben und die Blasen vermutlich ueber den Tauchgang nur ein paar Atemzuege ausmachen.

Wir tauchen zu dritt den Abhang runter und treffen in 30m Tiefe auf einen Schwarm von Lachsen, die uns scheinbar neugierig erwartet haben. Wir ziehen weiter Richtung Seegrund und geniessen die Eindruecke.

Da ich ausser der Frogman keine vernuenftige Lampe mit nach Deutschland genommen habe, tauche ich mit meiner Funzel in der Mitte zwischen Joscha und Klaus. Obwohl Klaus ein extrem entspannter Taucher ist, beschaeftigt mich die Situation, zu dritt zu tauchen, mehr, als ich erwartet habe. Wir haben keine explizite Tauchgangsfuehrung abgesprochen und so habe ich einige Male, insbesondere waehrend der tiefen Phase, das Gefuehl, dass wir unkoordiniert, zu weit auseinander und irgendwie zu spontan unterwegs sind. Interessant, obwohl alles zu jeder Zeit entspannt und sicher ist, bin ich bemueht, zu koordinieren und das ist richtige Lampe nicht moeglich. Daher ruehrt vermutlich meine leichte (!) Unzufriedenheit. Mein Lampenspot ist eindeutig zu mager und nur direkt vor mir sichtbar. Also: Besonders, wenn man zu dritt unterwegs ist, hilft ein vernuenftiger Lampenspot enorm.

Nach dem 21m Stop wird das Wasser zwar wieder waermer, aber ich fange dennoch leicht an zu frieren. Ich merke, wie sich der Unterzieher am Bauch mit Wasser vollgesogen hat und mir Waerme entzieht. Das Bewusstsein macht die Sache Sache nicht einfacher bzw. waermer. Ich schreibe auf meine Wetnotes, dass ich einen kalten und nassen Bauch habe, um klar zu stellen, dass ich nicht uebermaessig lange im Wasser bleiben moechte. So gondeln wir wieder Richtung Steilhang und zur Strasse und kommen nach knapp 90 Minuten aus dem Wasser.

Das Loch ueber der linken Schulter war gnaedig, das Einlassventil nicht. Wie erwartet ist mein Bauch klitschnass. Vermutlich hat sich ein O-Ring im Einlassventil des Trockis aufgeloest. Da muss ich mal dringend bei.

Auf der Ruckfahrt planen wir bereits die naechsten Aktivitaeten im See - Natuerlich mit einem heissen Kaffee-Latte in der Hand.

-- MatthiasWientapper - 2008-10-12 19:56 GMT in DiveLog

 
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